Was ist Keuchhusten?
Keuchhusten kann sich unbehandelt über mehrere Wochen hinziehen. Charakteristisch sind krampfartige Hustenanfälle – "Stakkato-Husten", die in bestimmten Abständen auftreten. Die Kranken husten heftig und stoßweise und scheinen dabei fast zu ersticken. Nach jeder Hustenattacke atmen sie mit einem typischen keuchenden, ziehenden Geräusch wieder ein. Im Rahmen der Hustenattacken tritt oft Erbrechen auf. Vor allem bei kleinen Kindern kann eine Keuchhusten-Infektion schwerere Komplikationen wie eine Lungen- oder Mittelohrentzündung oder auch eine Gehirn-Schädigung nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Neugeborene und Säuglinge, die mitunter tödlich verlaufende Atemstillstände erleiden können. Um 1900 gehörte der Keuchhusten im Deutschen Reich neben Diphtherie, Scharlach und Masern zu den häufigsten kindlichen Todesursachen.
Auch Erwachsene können an Keuchhusten erkranken, und zwar weitaus häufiger als lange Zeit angenommen. Um keine Säuglinge anzustecken sollten sich auch Erwachsene impfen lassen, vor allem, wenn sie mit Babys in einem Wohnumfeld leben. Das ist deshalb besonders wichtig, weil Säuglinge gegen Keuchhusten keinen Nestschutz besitzen und nicht vor dem dritten Lebensmonat geimpft werden können.
Zur Therapie sind spezielle Antibiotika geeignet, die im Anfangsstadium den Verlauf der Erkrankung abmildern können und später die Ansteckungsgefahr für andere verringern. Allerdings dauern die Hustenanfälle auch nach Abtötung der Keuchhustenerreger weiter an, da deren Gifte noch längere Zeit danach sowohl im Hustenzentrum des Gehirns als auch in den Schleimhäuten der Atemwege, deren Flimmerhärchen sie geschädigt haben, weiter wirken.
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13.09.2005, aktualisiert am 15.05.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Rainer Wecker
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