verminderte oder fehlende Produktion des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon mit dadurch bedingtem erniedrigtem Kalziumspiegel und erhöhtem Phosphatspiegel im Blut.
Ursache: Die Nebenschilddrüsenunterfunktion ist fast immer Folge einer versehentlichen operativen Enfernung oder Verletzung der Nebenschilddrüsen bei Schilddrüsen-, Nebenschilddrüsen- oder Kehlkopfoperation. Sehr selten ist die Nebenschilddrüsenunterfunktion bedingt durch Metastasen, eine Autoimmunkrankheit oder angeboren als Erbkrankheit bei Mädchen.
Befund: Durch den Kalziummangel kommt es zu einer Übererregbarkeit der Nerven und der Muskulatur mit gesteigerten Reflexen sowie Missempfindungen wie Kribbeln und Ameisenlaufen v. a. in Händen und Füßen. Typisch sind anfallsartige Muskelkrämpfe (Tetanie) mit charakteristischer Pfötchenstellung der Hände. Unbehandelt resultieren Veränderungen der Haare, Haut und Nägel sowie Verkalkungen in Lungen, Augenlinse und Gehirn.
Behandlung: Der Blutkalziumspiegel wird mittels Kalziumtabletten in Kombination mit Vitamin-D-Präparaten angehoben und wegen der Gefahr einer Hyperkalzämie regelmäßig kontrolliert.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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