bindegewebige Veränderungen an den Nierengefäßen, die zu Störungen der Nierenfunktion führen können. Eine Nephrosklerose tritt fast immer zusammen mit erhöhtem Blutdruck auf und kann zur Schrumpfniere führen.
Ursache: Es werden zwei Formen unterschieden: Die benigne (gutartige) Nephrosklerose ist Folge einer allgemeinen Arteriosklerose oder wird durch Bluthochdruck ausgelöst und führt zu einer langsam fortschreitenden Verhärtung der kleinsten Nierenarterien (Arteriolen). Die Nierenfunktion bleibt fast immer erhalten, die Anfälligkeit für Nierenbeckenentzündungen ist jedoch erhöht. Die Kennzeichen der malignen (bösartigen) Nephrosklerose sind ausgeprägte Veränderungen der Gefäßwände und des Nierengewebes. Häufigste Ursache dieser Nephrosklerose ist die schwere Verlaufsform eines Bluthochdrucks (maligne Hypertonie); aber auch Nierenkrankheiten wie das hämolytisch-urämische Syndrom oder die Einnahme von Ovulationshemmern können Auslöser sein. Ein Zusammenhang mit Virusinfektionen wird ebenfalls diskutiert.
Befund: Bei der gutartigen Nephrosklerose sind die Betroffenen oft beschwerdefrei. Symptome sind v. a. durch den Bluthochdruck bedingt und umfassen z. B. Ruhelosigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Typisch sind Veränderungen des Augenhintergrunds mit Gewebsschwellungen und Einblutungen. Die Diagnose einer malignen Nephrosklerose wird erst mit der mikroskopischen Untersuchung von über eine Biopsie gewonnenem Nierengewebe gesichert.
Behandlung: Im Vordergrund steht die Blutdrucksenkung, um den Teufelskreis aus erhöhtem Blutdruck und Nierengefäßveränderungen, welche wiederum eine Steigerung des Blutdrucks bewirken, zu durchbrechen. Insbesondere bei der malignen Form ist diese Therapie lebenswichtig, da unbehandelt innerhalb eines Jahres 80–90 % der Erkrankten ein Nierenversagen erleiden. Dann ist eine Hämodialyse angezeigt, notfalls auch die operative Entfernung der betroffenen Niere.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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