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Echinococcus-Infektionen / Hundebandwurm / Fuchsbandwurm

Fuchsbandwurm und Hundebandwurm können Echinococcus-Infektionen hervorrufen. Die entsprechenden Krankheitsbilder werden als alveoläre und zystische Echinokokkose bezeichnet


Grafik: Der Infektionszyklus des Fuchsbandwurms

Was ist eine Echinococcus-Infektion?

 

Echinococcus-Infektionen (Echinokokkosen) umfassen zwei verschiedene Krankheiten: die Infektion mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) verursacht die zystische Echinokokkose, während die Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) die alveoläre Echinokokkose hervorruft. Beide Erkrankungen werden durch das Larven (Metacestoden-) Stadium der Parasiten verursacht. 
 
Die ausgewachsenen Bandwürmer sind nur wenige Millimeter groß und bestehen aus einem Kopf mit Zahnkranz (Skolex), und einem Körper mit kleineren Untereinheiten (Proglottiden). Ihr  natürlicher  Lebenszyklus bezieht zwei verschiedene Säugetiere ein. Als Bandwürmer (Cestoden) zählen sie zu den sogenannten Plattwürmern (Trematoden), die hauptsächlich parasitisch leben.


Echinococcus-Infektionen müssen seit 2001 dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Im Jahr 2008 gab es in Deutschland beispielsweise laut „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2008“ des Robert Koch-Instituts 102 Echinokokkose-Fälle. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Hundebandwurm

 

Weltweit gesehen hat Echinococcus granulosus als Erreger der Hundebandwurminfektion die größere Bedeutung, man rechnet global mit etwa zwei Millionen Erkrankungen. Es gibt regionale Häufungen, zum Beispiel im Mittelmeerraum, dem Balkan außerdem im Nahen Osten, in Nord- und Ostafrika, Mittel- und Südamerika sowie Australien. Besonders in Regionen mit Schafzucht sind Echinococcus-Infektionen durch den Hundebandwurm häufig.

 

Anfangs verlaufen Hundebandwurm-Infektionen zumeist über Jahre symptomlos. Die Zeit bis zum Auftreten von Beschwerden ist lang – sie kann bis zu 15 Jahren betragen. Bei einer Infektion mit dem Hundebandwurm finden sich langsam wachsende Zysten zumeist in der Leber oder den Lungen. Diese Zysten werden oft als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung oder auf einem Röntgenbild entdeckt. Komplikationen –  zum Beispiel durch Infektionen oder allergische Reaktionen bei Austritt von Zystenflüssigkeit – sind selten. Die Hundebandwurminfektion hat meist einen gutartigen Verlauf,  Auch ohne Therapie kann das Immunsystem diese Erkrankung in vielen Fällen zum Stillstand bringen. Erwachsene Hundebandwürmer leben im Darm von Hunden und selten auch von Katzen und anderen Fleischfressern.
 
Die Therapie von Echinococcus-Infektionen hängt von der Art des Erregers und dem Organ ab, das befallen ist. Da der Hundebandwurm meist zur Entstehung einer einzigen von einer Kapsel umgebenen Zyste in Leber oder Lunge führt, kann der Parasit oft operativ entfernt werden. In bestimmten Fällen kann ohne Therapie abgewartet werden, häufig ist bei Leberzysten auch eine Behandlung mit Medikamenten ausreichend.

Fuchsbandwurm


Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm eine sehr seltene Erkrankung und kommt nur auf der Nordhalbkugel vor. Man rechnet insgesamt mit etwa 13.000 Erkrankten. In Europa umfasst das bekannte Risikogebiet Süddeutschland (vor allem Baden Württemberg und Bayern), sowie die Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich. Außerhalb Europas gibt es viele Fälle in Sibirien, Westchina und Nordjapan.
 
Anfangs verläuft auch die Fuchsbandwurm-Infektion zumeist symptomlos. Die Zeit bis zum Auftreten von Beschwerden ist lang – sie beträgt fünf bis 15 Jahre. Der Fuchsbandwurm befällt fast immer zunächst  die Leber und führt erst spät zu Symptomen wie Schmerzen im Oberbauch. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm führt unbehandelt zum Tod.

 
Die durch eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm verursachten Leberherde sehen im Ultraschall nicht so typisch  wie die Hundebandwurm-Herde aus. Durch das tumorartige Wachstum ohne klare Kapsel kann man sie oft nur schwer von normalem Leberwegewebe unterscheiden.

Eine Fuchsbandwurminfektion der Leber kann nur im Frühstadium durch Operation geheilt werden, häufiger ist eine langfristige Medikamenteneinnahme erforderlich, die jedoch nur das Wachstum des Parasiten aufhält, ihn in den meisten Fällen aber nicht tötet.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/ Swen Sallwey

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